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Lateinischer Name:
Angelica archangelica.Synonyme:
Engelwurz, Angelika, Brustwurz, Engelbrustwurz, Erzengelwurz, Gartenangelika, Giftwurz, Giftwürze, Glückenwurzel, Heiligenbitter, Heiligengeistwurzel, Zahnwurzel, Theriakwurzel.Familie:
Apiaceae - Doldengewächse.Monographien:
Monographien zu Angelikawurzel gibt es im DAB 2000, Angelica archangelica wird im HAB 2000 beschrieben. Auch im Buch "Teedrogen und Phytopharmaka" von Max Wichtl ist eine Beschreibung der Droge zu finden.
Beschreibung:
Engelwurz ist hauptsächlich in Nordeuropa und Asien beheimatet, kommt heute aber als Wildpflanze an der Nord- und Ostseeküste bis in die nördliche Region Lapplands vor. Ansonsten wird sie in der ganzen Welt angebaut.
Im Botanischen Garten der Johannes Gutenberg-Universität findet man Angelica archangelica in der Biologischen Abteilung im Arzneipflanzenbeet und in der Systematischen Abteilung 3.
Angelica archangelica wird ca. 50-250cm hoch. Die Pflanze ist zwei- bis vierjährig und hat einen kräftigen, kurzen Wurzelstock, der fleischig ist und lange Faserwurzeln hat. In Kulturen ist der Wurzelstock oft kurz, wie abgebissen und ringsum mit zahlreichen, 1-6mm dicken Fasern, den Adventivwurzeln versehen, zuletzt mehrköpfig, innen gelblichweiß und einen gelblichen Milchsaft führend.
Der Stengel ist aufrecht, am Grunde oft armdick, fein gerillt, stielrund, hohl, im unteren Teil rötlich überlaufen und oben ästig.
Nach einmaligem Blühen und Fruchten stirbt die Pflanze ab.
Die unteren Blätter sind sehr groß (60-90cm), 3fach gefiedert, und haben hohle, drehrunde Stiele. Sie sind kahl, nur am Rande der Abschnitte und zuweilen unterseits an den Nerven etwas papillös-rauh behaart. Die Blättchen haben eine eiförmige bis längliche Form und sind ungleich gesägt. Die Blattscheiden sind groß und bauchig aufgeblasen. Die oberen Laubblätter sind weniger reich gegliedert und auf den sehr großen, sackartig aufgeblasenen, mehr oder weniger häutigen, anliegenden Scheiden sitzend.
Die Blüten stehen in sehr großen, 20-40strahligen, zusammengesetzten Dolden, mit einem Durchmesser von 8-15cm. Die Dolden stehen an den Stengeln oder Ästen endständig auf einem langen, an der Spitze dicht flaumig-zottigem Stiel. Sie sind halbkugelig und gedrungen. Die Strahlen sind innen oder allerseits von spitzen, verlängerten, abstehenden Papillen rauh flaumig-kurzhaarig. Die Blüten sind grünlich-weiß bis gelblich. Es ist keine Hülle vorhanden, die Hüllchen sind vielblättrig, die Kelchzipfel winzig. Der Kelchsaum ist sehr undeutlich, fast verwischt. Die Kronblätter sind gleichförmig, elliptisch, ca. 1-1,5mm lang und 0,75-1,25mm breit, am Grunde kurz keilförmig zusammengezogen und an der Spitze in eine schlanke, eingebogene Spitze verschmälert. Diese Spitzen der Kronblätter sind eingeschlagen. Die Staubfäden sind 2,5-3mm lang und überragen die Kronblätter weit. Die Griffel sind zur Blütezeit kurz, oft fast walzenförmig. Blütezeit ist von Juni bis August.
Die Früchte sind 7mm lang und 4mm breit, elliptisch und geflügelt. Die äußere Fruchtschale löst sich von der inneren ab.verwendete Pflanzenteile:
Pharmazeutisch verwendet wird der Wurzelstock mit den Wurzeln (Angelicae radix), das Kraut (Angelicae herba), die Früchte (Angelicae fructus), die Blätter (Angelicae folium) und das Öl (Oleum angelicae).Indikationen:
Die Blätter werden bei Verdauungsschwäche und Brustfellentzündung (in Form von Kompressen mit den Blättern) verwendet.
Die Früchte helfen bei Erkrankungen des Darm- und Gallentraktes, der Niere und der ableitenden Harnwege, sowie bei neuralgischen und rheumatischen Erkrankungen. Eine Salbe aus den Samen soll Kleiderläuse abtöten. Aus den Früchten wird industriell das ätherische Öl gewonnen.
Engelwurzfrüchte sind aufgrund des angenehm bitteren, warmen Geschmacks eine Zutat für Benediktiner und Chartreuse.
Das Kraut wird hauptsächlich als harn- und schweißtreibendes Mittel eingesetzt.
Das Fruchtöl wird hauptsächlich in der Parfümindustrie und in der Insektenbekämpfung verwendet.
Die Wurzel ist in der Industrie ein Rohstoff für die Herstellung von Gewürzextrakten und zur Herstellung von Kräuterlikör und Bitterschnäpsen.
Das Öl sollte auf keinen Fall auf der Haut bei Sonnenbestrahlung angewendet werden.Hauptinhaltsstoffe:
Charakteristische Inhalts/Wirkstoffe:
Alle Pflanzenteile enthalten ätherisches Öl, das je nach Pflanzenorgan unterschiedlich zusammengesetzt ist. In allen Teilen der Pflanze sind Cumarine, besonders Furanocumarine enthalten.
Die Blätter enthalten im ätherischen Öl beta-Phellandren, alpha-Pinen und beta-Pinen als Hauptkomponenten, ferner p-Cymen, Myrcen, cis- und trans-Ocimen. Als Furanocumarine findet man Angelicin, Bergapten, Isopimpinellin, Oxypeucedanin und Xanthotoxin. Das in den Wurzeln in hoher Konzentration vorhandene Osthol fehlt in den Blättern.
Das Fruchtöl enthält im ätherischen Öl Monoterpene (alpha-Pinen und beta-Phellandren als Hauptbestandteile, ferner Borneol, Camphen, Carvon, 1.8-Cineol, p-Cymen, Limonen, Myrcen, beta-Pinen, gamma-Terpinen), Sesquiterpene (beta-Bisabolen, beta-Carophyllen, Humulen, ferner beta-Copaen und beta-Ylagen), Carbonsäuren (Angelicasäure und Oxymyristinsäure) und Cumarine (Bergapten, Imperatorin, Oxypeucedanin, Umbelliprenin, Xanthotoxin und Xanthotoxol). Diese Aufstellung ist auch für die Zusammensetzung der gewonnenen Öle zutreffend.
Die Früchte enthalten im ätherischen Öl Monoterpene (alpha-Pinen und beta-Phellandren als Hauptbestandteile, ferner Borneol, Camphen, Carvon, 1.8-Cineol, p-Cymen, Limonen, Myrcen, beta-Pinen, gamma-Terpinen), Cumarine und Furanocumarine (Angelicin, Apterin, Bergapten, Imperatorin, Oxypeucedanin, Phellopterin, Umbelliprenin, Xanthotoxin, Xanthotoxol).
Das Kraut enthält ätherisches Öl (p-Cymen, Limonen, Myrcen, cis- und trans-Ocimen, a-Phellandren, beta-Phellandren, alpha-Pinen und alpha-Terpinen), Cumarine (Obsthol, Obsthenol, Umbelliferon), das Furanocumarin Angelicin, ferner Bitterstoffe und Gerbstoffe.