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Lateinischer Name:
Valeriana officinalis

Synonyme:
Echter Arzneibaldrian, Balderjan, Balderbrackenwurzel, Katzenwurzel, Gebräuchlicher Baldrian, Gemeiner Baldrian, Bullerjan;

Familie:
Valerianaceae (Baldriangewächse)

Monographien:
Radix Valerianae: Ph. Eur. NT 2000; Valeriana officinalis: HAB 2000;




Beschreibung:
Habitus:Die Pflanze ist eine mehrjährige Staude, die bis zu 100cm
hoch werden kann. Sie hat einen kurzen, walzenförmigen,
gelbbraun gefärbten Wurzelstock. Sein Inneres kann voll
oder teilweise hohl sein.
Auf der Oberseite sind die Narben der Blätter der Vorjahre
zu sehen. Aus der Unterseite wachsen zahlreiche zylindrische
gelbbraune Wurzeln und nach oben entwickelt sich der 150 bis
180cm hohe Stengel, der einfach und hohl ist.
Das Rhizom besitzt einen sehr starken Geruch.

Blätter:Die Blätter sind unpaarig gefiedert und aus 11 bis 23 eiförmig-
lanzettlichen, eingeschnitten- gezähnten Blättchen zusammen-
gesetzt.
Die grundständigen Blätter bilden eine Rosette und verfügen
über einen kurzen Stiel, während die anderen gegenständig
am Stengel stehen und sitzend sind.
Die Blattoberfläche ist behaart.

Blüte:Die Blüten sind hellrosa bis weiß und in rispigen Trugdolden
angeordnet. Sie sind zwittrig und zygomorph.
Der Kelch besteht aus zahlreichen zurückgerollten Zähnchen.
Die Krone ist rosafarben, trichterförmig und mit einem
5spaltigen Saum versehen.
Die Kronröhre besitzt am Grunde Höcker.
Es sind drei Stamina vorhanden.
Der Fruchtknoten ist unterständig und 3fächrig.
Die Blütezeit ist von Mai bis August.

Blütenformel: ­ K ¥ [C (5) A 3] G (3)

Frucht:Die Frucht ist eine einsamige, eiförmige und gelbe Nuss.
Sie besitzt ein spitzes Ende, auf dem sich die Haarkrone befindet
Diese ist ein Teil des Kelches, dessen Zähne sich zu flaumigen
Borsten umgewandelt haben (Pappus).

Vorkommen:Der Baldrian kommt in Europa und in den gemäßigten Regionen
Asiens vor. Er wächst bevorzugt an feuchten Standorten, wie an
Laubwäldern, Gebüschen und Hochstaudenflure.

verwendete Pflanzenteile:
Der Wurzelstock und die Wurzeln werden
pharmazeutisch genutzt.
Drogenname: Radix Valerianae

Indikationen:
Schlaflosigkeit, als Beruhigungsmittel, Nervosität, Hysterie,
Angstzustände, Magen- Darmkrämpfe, Blähungen, Husten,
Asthma, Kopfschmerzen, Neuralgie, zur Wundheilung,
weitere Verwendung als Gewürz und zur Parfümherstellung

Hauptinhaltsstoffe:
- Iridoide: Valepotriate (Valeriana-epoxy-triacylate, 0,5 bis 2,0%): Hauptkomponenten Valtrat (Anteil 50 bis 80%), Isovaltrat (Anteil bis 46%), Isovaleroxyhydroxydidrovaltrat
- ätherisches Öl (0,2 bis 1,0%): Hauptkomponenten
(-)-Borneylisovalerianat und Isovaleriansäure (beide Geruchsträger), weiterhin u.a. (-)-Bornylacetat, Isoeugenylvalerianat, Isoeugenylisovalerianat,
- Sesquiterpene: Valerensäure (0,1 bis 0,9%), 2-Hydroxy-valerensäure, 2-Acetoxy-valerensäure
- Pyridinalkaloide (Spuren, Katzenpheromone): Actinidin, Valerianin, alpha-Methylpyrrylketon
- Kaffeesäurederivate: Chlorogensäure


Charakteristische Inhalts/Wirkstoffe: